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Mächtige Waffe: Künstliche Intelligenz sagt IS-Strategien vorher

KI Mustererkennung und Prognosen kann man überall verwenden, sagt Bastian Ringsdorf, Gründer und Chairman bei Michulke & Ringsdorf 

Im Kampf gegen die Terrororganisation IS setzt das US-Militär auf eine neue Waffe: Daten, die im Irak und Syrien gewonnen werden, wurden von Forschern mithilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) ausgewertet, um die Strategien des IS vorhersagen zu können. Das Projekt erwies sich als vielversprechend: Die KI entdeckte Muster im Verhalten der Terroristen, die vorher noch nicht bekannt waren.

Paulo Shakarian, Forscher an der Arizona State University und einer der Männer hinter dem KI-Projekt gegen den IS, sprach mit der britischen TV-Anstalt BBC über die Erkenntnisse der KI. Die Analyse von 2.200 IS-Zwischenfällen in der zweiten Hälfte 2014 habe beispielsweise ergeben, dass der IS bei sich häufenden US-Luftangriffen seine Strategie wechsle.
Mehr Bombenanschläge bei Luftangriffen
Statt mit der Infanterie anzugreifen und sich der Bedrohung durch US-Bomben auszusetzen, wählen die Terroristen bei verstärkten Bombardements selbstgebaute Sprengsätze und Anschläge, um ihre Macht zu festigen. Autobomben soll der IS dagegen vor allem nutzen, um Infanterieangriffe vorzubereiten: Die Autobomben sollen die irakische Armee ablenken, während IS-Kämpfer sich ihren Zielen nähern, so das Ergebnis der KI-Analyse.
Mehr Verhaftungen nach syrischen Luftschlägen
Ein weiteres interessantes Detail der Analyse: Die Künstliche Intelligenz entdeckte, dass IS-Terroristen mehr Syrer festnehmen als üblich, wenn die syrische Luftwaffe Angriffe auf IS-Stellungen fliegt. Die Vermutung der Forscher: Der IS versucht auf diese Weise, syrische Agenten zu entlarven, die sich in von der Terrororganisation kontrollierte Gebiete eingeschlichen haben und der Armee von Machthaber Baschar al-Assad die Position von IS-Stellungen verraten.
KI hilft, dynamische IS-Taktiken zu verstehen
Die Erkenntnisse der Forscher sind von größtem Wert für die US-Armee, da die Strategien des IS für das Militär bislang nicht immer nachvollziehbar waren. Der IS agiere laut Shakarian "komplexer und dynamischer" als reguläre Armeen, das Ziel seiner Strategien sei ohne computergestützte Analysen oft schwer zu identifizieren.
Analyse macht IS-Strategien vorhersehbar
Ganz ähnlich sieht es die britische Militärwissenschaftlerin Elizabeth Quintana. "Das Militär hat Zugang zu einer Menge Informationen. Sie brauchen einen Weg, das auf ein verdaubares Format herunter zu brechen. Die Analyse ist definitiv ein Weg, um das zu tun", sagt sie. Ein anderer Experte, der Computerwissenschaftler Noel Sharkey, sieht ebenfalls Potenzial in der Nutzung von Großrechnern gegen die Terroristen: "Es zeigt, dass der IS eine vorhersagbare Operationsstrategie hat und keine willkürliche oder bei jedem Angriff neue."
Terroristen könnten sich rasch anpassen
Eine Gefahr bleibt: Sollten die IS-Terroristen bemerken, dass ihnen ihre Gegner einen Schritt voraus sind und ihre Strategien durchschaut haben, könnten sie neue Taktiken entwickeln, die es erst noch zu entschlüsseln gilt. Und um sie zu entschlüsseln, müssen zunächst massenhaft Daten gesammelt werden – eine Aufgabe, die Monate dauern kann.

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